{"id":4937,"date":"2021-04-12T08:49:50","date_gmt":"2021-04-12T06:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/acstyria.com\/?p=4937"},"modified":"2021-04-12T08:50:53","modified_gmt":"2021-04-12T06:50:53","slug":"smartfactorytugraz-startet-vollbetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dev.acstyria.at\/en\/2021\/04\/12\/smartfactorytugraz-startet-vollbetrieb\/","title":{"rendered":"smartfactory@tugraz startet Vollbetrieb!"},"content":{"rendered":"<p>I<em>n der themenspezifisch einzigartigen Pilotfabrik der TU Graz k\u00f6nnen KMU und Gro\u00dfunternehmen mit Blick auf die Industrie 4.0 ab sofort agile und datensichere Fertigungskonzepte erproben \u2013 die erste universit\u00e4re 5G-Campus-L\u00f6sung inklusive.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Industrieroboter verschiedenster Hersteller, modernste Fertigungsmaschinen und&nbsp;Softwarel\u00f6sungen f\u00fcr eine echte Datendurchg\u00e4ngigkeit zwischen bewusst heterogen gew\u00e4hlten Systemen f\u00fcr den gesamten Produkt-Lebenszyklus: Die Infrastruktur der Forschungs- und Lernfabrik der TU Graz umfasst viele Aspekte, die es f\u00fcr zukunftsweisende digitale Produktionskonzepte und -technologien ben\u00f6tigt. Die angestrebten Forschungsergebnisse sind branchenoffen und ber\u00fccksichtigen insbesondere Klein- und Mittelbetriebe. Doch auch alle anderen interessierten Unternehmen haben die M\u00f6glichkeit, in dieser industriellen Umgebung nachhaltig neue und individuelle L\u00f6sungen f\u00fcr eine smarte Produktion zu entwickeln und zu testen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie komplette Infrastruktur wurde praktisch neu entwickelt, nur sehr wenig wurde aus dem Katalog gekauft\u201c, bescheinigt Rudolf Pichler. Der Leiter der \u201esmartfactory@tugraz\u201c hat das Projekt gemeinsam mit dem Vorstand des Instituts f\u00fcr Fertigungstechnik der TU Graz, Franz Haas, verantwortet und vorangetrieben. Mit April 2021 kann die nahezu vierj\u00e4hrige Aufbauphase beendet und der Vollbetrieb gestartet werden, manche Forschungsarbeiten in der Pilotfabrik liefen freilich schon wesentlich fr\u00fcher an.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterst\u00fctzung durch heimische Politik, Wirtschaft und Industrie<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Finanzierung in der H\u00f6he von 4 Millionen Euro wurde aus Mitteln des\u00a0BMK, der Wirtschaftskammer Steiermark, des Landes Steiermark und der Stadt Graz bestritten. Auch zahlreiche Industrieunternehmen unterst\u00fctzten das Vorhaben finanziell und mit Personalstunden-Leistungen. Unter den zwanzig Projektpartnern, die in den Aufbau involviert waren, finden sich heimische\u00a0Key Player\u00a0wie Siemens,\u00a0T-Systems, Magenta Telekom,\u00a0proALPHA, B&amp;R, Magna, Zoller,\u00a0Tagnology\u00a0oder das\u00a0Know-Center. Gemeinsam mit den TU Graz-Forschenden haben die Firmen bereits erste Vorfelduntersuchungen im smarten Reallabor betrieben: Mit Siemens und\u00a0incubedIT\u00a0wurde beispielsweise die dynamische Lokalisierung von Fertigungsstationen erfolgreich gezeigt, mit\u00a0T-Systems\u00a0ein Zonenmodell aufgebaut, das gegen unerlaubtes datentechnisches Eindringen sch\u00fctzt und mit\u00a0proAlpha\u00a0konnte erstmalig in \u00d6sterreich die Datenintegration von Kundenw\u00fcnschen bis an die Fertigungseinheiten durchgeschleust werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kernthemen: Agilit\u00e4t und Datensicherheit<\/h2>\n\n\n\n<p>Zu den infrastrukturellen&nbsp;Highlights&nbsp;geh\u00f6ren zum einen mobile, autarke Arbeitsstationen, mit denen gezeigt wird, wie agile Produktionsprozesse physisch umgesetzt werden k\u00f6nnen. \u00dcber diese universellen Einheiten k\u00f6nnen rasch neue Produktionslinien aufgebaut werden, um f\u00fcr sich schnell \u00e4ndernde M\u00e4rkte in kurzen Reaktionszeiten neue Produkte zu fertigen. Um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben, wird das immer mehr zur Produktionsrealit\u00e4t. &nbsp;<br>Zum anderen ist die 300 Quadratmeter gro\u00dfe Fabrik mit einem campuseigenen 5G-Netz ausgestattet. Dieses erm\u00f6glicht schnelle, gro\u00dfvolumige \u00dcbertragungskapazit\u00e4ten zwischen den vielen internetbasierten Anwendungen. Ein spezielles&nbsp;Software-Paket gew\u00e4hrleistet die Datensicherheit, indem Abweichungen von den sonst \u00fcblichen Datenstr\u00f6men erkannt werden und ein Alarm ausgel\u00f6st wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus- und Weiterbildung in der Industrie 4.0<\/h2>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;smartfactory@tugraz ist nicht nur ein Versuchslabor f\u00fcr Industrieunternehmen und&nbsp;KMU&nbsp;und deren industrielle Entwicklungen und innovative Ideen, sie wird auch f\u00fcr die Aus- und Weiterbildung genutzt. Die Infrastruktur steht sowohl TU Graz-Studierenden diverser Studienrichtungen als auch au\u00dferuniversit\u00e4ren Bildungseinrichtungen mit fachspezifischen Schwerpunkten offen. Dar\u00fcber hinaus ist die Lernfabrik Kooperationspartnerin des FFG-Qualifizierungsnetzes mit Schwerpunkt auf Industrie 4.0-relevante Qualifikationen und Bestandteil des Universit\u00e4tslehrgangs \u201eLeadership in Digital Transformation\u201c, der voraussichtlich ab Herbst 2021 erstmals an der TU Graz angeboten wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Didaktisch aufbereitete&nbsp;Showcases<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch externen G\u00e4sten wie Schulklassen dient die&nbsp;smartfactory@tugraz als Showroom, der hilft, Fragen zu modernen Arbeitswelten zu beantworten. Die Digitalisierung im Fertigungs- und Montagebereich wird entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette eines Achsgetriebemoduls f\u00fcr Industrieroboter gezeigt. \u201eMithilfe dieses Demonstrators k\u00f6nnen wir die Vorteile und Herausforderungen digitaler Fertigungsprozesse in unterschiedlichen&nbsp;Showcases&nbsp;pr\u00e4sentieren und den technischen Sachverhalt erlebbar machen\u201c, so Pichler. Beispiele solcher&nbsp;Showcases&nbsp;sind etwa die herstellerunabh\u00e4ngige Programmierung und die damit verbundene Zusammenarbeit der \u201everschiedensprachigen\u201c Industrieroboter sowie die lokale, hochfrequente Datenverarbeitung mittels&nbsp;Edge Computing&nbsp;(<em>anders als bei&nbsp;Cloud-Diensten m\u00fcssen die Daten beim&nbsp;Edge Computing&nbsp;zur Verarbeitung nicht erst an einen&nbsp;Server&nbsp;weitergeleitet werden; sondern k\u00f6nnen lokal verarbeitet werden, Anm.<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand dieser anschaulichen Beispiele kann die digitale Transformation in der Industrie wesentlich deutlicher und einpr\u00e4gsamer vermittelt werden als mit bisherigen Lehrmethoden. Auch Institutsvorstand Franz Haas ist zuversichtlich, dass die Forschungs- und Lernfabrik der TU Graz Impulsgeber f\u00fcr viele Forschungs- und Entwicklungsvorhaben heimischer Betriebe ist und dem Fachkr\u00e4ftemangel langfristig entgegenwirkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Daten und Fakten:<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>300 m<sup>2<\/sup>&nbsp;Laborfl\u00e4che (mit 5G-Signal,&nbsp;UWB&nbsp;und&nbsp;WLAN)<\/li><li>3&nbsp;CNC&nbsp;Werkzeugmaschinen (zur Produktion hochwertiger Metallbauteile)<\/li><li>9 Roboter von 5 verschiedenen Herstellern (zur Beforschung der Zusammenarbeit \u201everschiedensprachiger\u201c Roboter)<\/li><li>2&nbsp;Shuttlesmobile Roboter, einer davon ausgestattet mit einem zus\u00e4tzlichen Roboterarm<\/li><li>1 Laserschmelzanlage (f\u00fcr den Metall-3D-Druck)<\/li><li>1 Werkzeugvermessungsstation (zur Pr\u00e4zisionsfertigung)<\/li><li>1 Koordinatenmessmaschine (zur Pr\u00e4zisionsvermessung von Bauteilen)<\/li><li>3 Lesestationen f\u00fcr&nbsp;RFID&nbsp;Anwendungen (zur dynamischen Kennzeichnung)<\/li><li>1 Metall 3D-Drucker (zur Herstellung solider Sondergeometrien)<\/li><li>1 Lasermarkierstation (zur Kennzeichnung von Metall-Komponenten)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Aufbauzeit:<\/strong>&nbsp;Aug. 2017 \u2013 April 2021<br><strong>Investitionsvolumen:&nbsp;<\/strong>4 Mio Euro<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dargestellte Technologien:<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Additive Fertigung (Selektives Laserschmelzen)<\/li><li>CNC&nbsp;Bearbeitung (Pr\u00e4zisionsfertigung u. Hybridanlagen)<\/li><li>Roboter-Collaboration&nbsp;(Mensch-Maschine u. Maschine-Maschine-Interaktion)<\/li><li>Informationstechnologie (RFID,&nbsp;OPC-UA,&nbsp;Edge Computing,&nbsp;Cloud Computing)<\/li><li>Integrierte Messtechnik<\/li><li>Datensicherheit<\/li><li>Arbeitssicherheit<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Am Aufbau beteiligte Projektpartner (in alphabetischer Reihenfolge)<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Anton Paar GmbH<\/li><li>AUVA&nbsp;<\/li><li>AVL List GmbH<\/li><li>B&amp;R&nbsp;Industrial Automation&nbsp;GmbH<\/li><li>DMG MORI Austria&nbsp;GmbH<\/li><li>FESTO GmbH<\/li><li>GGW Gruber &amp; Co GmbH<\/li><li>incubed IT&nbsp;GmbH<\/li><li>Infineon Technologies Austria&nbsp;AG<\/li><li>Know Center GmbH<\/li><li>Land Steiermark<\/li><li>Magenta Telekom (T-Mobile Austria&nbsp;GmbH)<\/li><li>Magna&nbsp;Powertrain&nbsp;GmbH<\/li><li>Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG &amp; Co KG<\/li><li>NXP Semiconductors Austria&nbsp;GmbH<\/li><li>proALPHA Software Austria&nbsp;GmbH<\/li><li>Siemens Aktiengesellschaft \u00d6sterreich<\/li><li>SoliDat Solutions in Data Processing&nbsp;GmbH<\/li><li>Stadt Graz<\/li><li>TAGnology RFID&nbsp;GmbH<\/li><li>TCM International Tool Consulting &amp; Management&nbsp;GmbH<\/li><li>T-Systems Austria&nbsp;GesmbH<\/li><li>Voestalpine Stahl GmbH<\/li><li>WKO Steiermark<\/li><li>Zoller Austria GmbH<\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der themenspezifisch einzigartigen Pilotfabrik der TU Graz k\u00f6nnen KMU und Gro\u00dfunternehmen mit Blick auf die Industrie 4.0 ab sofort agile und datensichere Fertigungskonzepte erproben \u2013 die erste universit\u00e4re 5G-Campus-L\u00f6sung inklusive. 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